Masken
Weiter, immer weiter kratzt der blanke Wahnsinn an der Fassade der Normalität. Kalte Formen ohne Sinn gibt er frei. Keine Rettung, keine Hilfe, verloren im Alltag. Flüchtige Erscheinung des Glücks, Alptraum und Realität vermischt, Grenzen fallen. Mauern der Ignoranz schießen aus dem Boden. Jeder einsam, umschlossen von Regeln und Gewohnheiten. Armer Mensch, gefangen in Käfigen, selbst erschaffen zu seinem Schutz. Panik in einem Gesicht das seine Gefühle preisgibt, überspielt wird der Rest, in unserer so fröhlichen Gesellschaft, die von der Lüge beseelt ist. Scheinbar, nichts verborgen, alles offenbart sein wahres Ich, jeder Kern schließt alle mit ein. Ohne Geheimnisse leben wir, auf dieser Welt. Falsche Lügen, Verwirrung der Massen, Ignoranz der Einzelnen, kämpfen sie um Respekt, Bauernopfer, kleines Leid, das es zu verkraften gilt. Lauter Schrei der Zuneigung, verhallt leise im Raum der Entfremdung. Ein leises Lachen dringt in mein Ohr, es ist mein eigenes, fremd ist es mir.
Erlogen, ein Scherz für die Fassaden die mitlachen. Mein Gesicht, getrennt von den Gedanken. Blicke, verloren im Raum, oberflächlich gezeigte Hoffnung. Gesten, Mimik widersprechen sich, stumme Zeugen von der großen Kunst der Schauspielerei, alltäglich läuft sie uns über den Weg. Einzig die falsche Freundschaft ist Belohnung, kein Oscar. Werte, verloren zwischen den Gedanken, den Menschen, den Zeilen. Äußere deine Gedanken, verrückt wirst du genannt, feige sind die Zweifler, freveln sie am Gedanken. Wer soll es ihnen verübeln, sind sie Kinder dieser Zeit, dieser Stadt. Doch wagten sie sich zu hoch auf die Leiter. Verstehen kann ich den goldenen Reiter, war er auch ein Opfer seiner Umwelt, wurde auch als verrückt bezeichnet, weil er nicht so verdreht wie die anderen war. Neid ergreift mich, wenn ich bedenke, wie vielen er sein Leid schildern konnte. Ich wage mich weit hinaus, entspreche dem Bild, das man mir aufzwängt. Rollenspiel der Superlative, bietet den Erwachsenen einen uneingeschränkten Spielplatz. Warum sollte man ehrlich sein, Menschen denen man Vertrauen schenkte, danken es einem mit Vergessen. Doch lache ich über sie, heilige Worte, die meinem Geist entspringen, sinnlos aneinander gereiht.Nur der, der verstehen will, sieht den wahren Inhalt, liegt er hier offen vor ihm, müsste ihm ins Auge springen. Zweifel senkt sich in einige Gemüter, ist der Sarg der, die Moral enthält, doch tief zwischen den Zeilen vergraben. Ähnlich schwer zu finden, wie der Inhalt, der Sinn, die Botschaft des Lebens. Ebenso bedauernswert ist der Suchende, müht er lange Zeit sich vergebens damit ihm am Ende die Antwort einfach in den Schoß fällt. Wäre die Welt gerecht, wo bliebe der Spaß. Wäre das Leben ehrlich, wo hätte dann die Evolution versagt.
Ich segne all die Gläubigen, sind sie doch die wahren Gewinner, haben sie für sich ein Ziel gefunden. Arm, wie der Rest der Menschheit ist, stolpert er durchs Leben, hält Ausschau nach außen. Will er ebenfalls den Segen der Glaubens erlangen, ich blicke in mich hinein und erfahre die wahre Erleuchtung. Selbstfindung, ein kleiner Schritt zur Glückseligkeit. Aber dennoch der erste Schritt zur Besserung, der erste Schritt auf dem Weg zur Erleuchtung. Nur ist die Selbstfindung ein schweres Unterfangen in der heutigen Zeit, muss man sich selbst schon suchen. Hinter endlosen Masken, versteckt zwischen Selbstverachtung und Größenwahn.
Einsam und verstümmelt, einem schlechten Film entsprungen, sitzt ein kleines Menschlein vor mir. Bedauernswert und trotzdem, die treibende Kraft hinter all dem Machwerk, der Schönmalerei. Spielereien lenken uns ab, von uns selbst, zu grausam, zu abstoßend das Ergebnis, das mancher vorfindet, die Trauer verschluckt die Maske. Die Freude über das Spiel, markanter Teil der Fassade, breites Strahlen, leer wie eine alte Konserve. Presslufthammer und Meißel, Werkzeuge um die Menschen hinter ihren Verstecken hervorzuholen, richte sie gegen dich selbst, lege dein Ich den anderen frei, lache über ihre Reaktion und entdeckte die wahren Freunde, zwischen dem Schwachsinn. Fassaden verwittern mit der Zeit, Masken fallen in offenen Momenten, Schauspieler vergessen ihr Drehbuch. Sinnentleert und fielen verschlossen. Worte die gelogen sind, deren Sinn aber die Wahrheit erwürgt, fadenscheinig vermischt zur Philosophie der Minderheit, Schrei nach Freiheit. Wort der Lügen zu einem Grinsen gemausert, genug Fläche einer Pointe gebend, sprengt zum Schluss ein Lachen in euer Gesicht.
Madison B. Rain